Die Angebote von Gartenbaubetrieben können so verlockend sein, und die Pflanzen selbst sind so schön, dass es schwierig ist, gleichgültig an ihnen vorbeizugehen. Manche erliegen wider Willen der Versuchung und kaufen ständig neue Topfexemplare und erweitern damit die bereits bestehende Pflanzensammlung endlos. Dies ist kein Problem, solange das Wetter gut ist und Frost das Letzte ist, woran wir denken. Irgendwann müssen wir uns jedoch fragen: Wie überwintert man sicher zwei Dutzend Töpfe mit kälteempfindlichen Pflanzen? Wie sich herausstellt, ist die Antwort nicht immer einfach, hauptsächlich aufgrund des Mangels an Winterunterkünften und des begrenzten Platzes im Haus.In einer solchen Situation ist es am besten, die Pflanzen an Freunde zu verteilen oder sie durch Topfbaumarten zu ersetzen. Das hat zwei Vorteile: Draußen gelassene Bäume und Sträucher nehmen keinen Platz im Haus ein und schmücken zusätzlich den Garten in einer Zeit, in der die meisten anderen Terrassen nur mit Schnee bedeckt sind. Zudem leisten die Bäume ab dem Frühjahr den Zwiebelgewächsen Gesellschaft, blühen im Sommer üppig und tragen im Herbst bunte Früchte.
Welches Genre wählen?
Der Trend zu winterharten Kübelpflanzen spiegelt sich im Angebot von Gärtnereien und Gärtnern wider. Neben Stauden und Zwiebelgewächsen werden auch Topfgehölze und Gehölze für den Balkon- und Terrassenanbau angeboten. Pflanzen von guter Qualität erkennt man am Wurzelballen, der nach dem Herausnehmen aus dem Topf (wir h alten ihn an der Triebwurzel) mit kräftigen Wurzeln mit spezifischem Frischgeruch bewachsen sein sollte und das Substrat eine kompakter Klumpen. Für den Freilandanbau eignen sich niedrig wachsende Arten, die nicht tief in den Boden wachsen.Für den ganzjährigen Anbau geeignet sind: Buchsbaum und Zwergkiefer (immergrün). Sehr interessante dekorative Effekte lassen sich erzielen, indem man Rhododendren und Azaleen in Töpfen anbaut, die im Frühjahr eine schöne Hülle aus roten, rosa und weißen Blüten annehmen, sowie Zierahorne, die für ihre leuchtenden Blätter im Herbst berühmt sind. Die Wahl eines dekorativen Apfelbaums wie der Sorte 'Tina', die im Frühling blüht und im Spätsommer Früchte trägt, kann ein Volltreffer sein. Kleine bunte Früchte bleiben bis zum ersten Frost an den Trieben. Üppige Blüte ist typisch für Pflanzen wie Strauch-Fingerkraut, Primat und Schneeball.
Pflege ist der Schlüssel
Effektive Pflanzenpflege beginnt mit der Auswahl eines Topfes. Der Behälter sollte massiv und groß sein (mindestens 50 cm hoch), denn je kleiner der Platz für die Wurzeln ist, desto mehr Zeit müssen wir für die Pflege der Pflanzen im oberirdischen Teil aufwenden. Es lohnt sich auch darauf zu achten, dass der Topf aus frostbeständigem Material besteht und über ein oder mehrere Wasserablauflöcher verfügt.Alle Zimmerpflanzen, auch winterharte, müssen regelmäßig gegossen und versorgt werden. Es lohnt sich, im Vorfeld an eine Entwässerung zu denken, damit das überschüssige Wasser durch die klare Rinne direkt in das Entwässerungsloch fließt, ohne die Wurzeln langfristig Feuchtigkeit auszusetzen. Zu diesem Zweck legen wir noch während der Pflanzphase auf den Boden des Topfes eine Schicht Blähton oder Fragmente eines Tontopfes. Zwischen Drainage und Erdreich ein wasserdurchlässiges Vlies legen; Dadurch wird verhindert, dass Verunreinigungen auf den Boden des Behälters gelangen. Miniaturgehölze liefern wir mit Düngemitteln für Topfpflanzen (Flüssig-, Fest-, Langzeitdünger) oder mit Spezialdünger, dessen Zusammensetzung nach den Bedürfnissen einer bestimmten Art ausgewählt wird. Wir füttern die Pflanzen nicht von August bis zum Frühjahr. Das Umpflanzen (in größere Töpfe) wird am besten im Frühjahr geplant.
Schutz der Pflanzen vor strengen Frösten
Man muss bedenken, dass Pflanzen in Töpfen kälteempfindlicher sind als Pflanzen im Boden.Daher sollten die Gefäße prophylaktisch mit Jutematten umwickelt, mit Vlies oder Fichtenzweigen abgedeckt und näher an die Hauswand gestellt werden. An frostfreien Tagen müssen Pflanzen gegossen werden. Die immergrünen Arten müssen zusätzlich vor starker Sonne geschützt werden.
Wann pflanzen wir?
Der beste Monat, um winterharte Topfpflanzen zu pflanzen, ist der September. Damit die Pflanzen den Winterschlaf gut überstehen, sollten sie im Herbst reichlich gegossen werden. Jungpflanzen pflanzen wir alle 2-3 Jahre im Frühjahr um. Ältere, die kein so starkes Triebwachstum aufweisen, werden alle 4-5 Jahre umgepflanzt. Die Wurzeln sollten von alter Erde gereinigt und frische Blumenerde in die Töpfe gegossen werden. Die Frühjahrsverpflanzung ist eine gute Gelegenheit, um einen Korrekturschnitt bei wulstigen Kronen vorzunehmen.